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Published on August 18th, 2014 | by Manuel Simbürger

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Ice Bucket Challenge: Promis und das Eiswasser

Schon mal gefragt, wieso sich dieser Tage so viele Promis einen Kübel Eiswasser übern Kopf leeren? Klar, weil’s lustig ist – meinen zumindest die Promis und erinnern an pubertierende Jungs, die unbedingt die nächste Mutprobe bestehen wollen. “Ice Bucket Challenge” heißt dieser neue Social Media-Trend, der auf Facebook um sich greift und von Mark Zuckerberg selbst gestartet wurde – und der gleich mal Bill Gates, seinen Buddy, herausforderte, sich auch nass zu machen. Wie andere Social Media-Challenges auch (zum Beispiel die umstrittene Bierchallenge oder das faaaade “Poste ein Kinderfoto von dir”-Challenge) darf man auch bei der “Ice Bucket Challenge” drei weitere KandidatInnen nominieren, wenn man sich der Herausforderung innerhalb 24 Stunden stellt.

Ist kindisch? Klar. Ist total lustig, also lol-lustig? Nein, eigentlich nicht. Eher “Jackass”-lustig.

Aber: Die “Ice Bucket Challange” hat einen ernsten Hintergrund. Die US-Organisation ALS Association will so auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen. Das ist eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, unter der zum Beispiel Astrophysiker Stephen Hawking leidet. Wer die Herausforderung annimmt, muss an die gemeinnützige Organisation spenden – oder sich eben einen Kübel Eiswasser über den Kopf schütten. Geht aber auch beides, natürlich. Laut der Organisation konnten die Spendengelder im Zeitraum der vergangenen beiden Wochen von normalerweise einer Million bereits auf vier Millionen Dollar erhöht werden.

Das ist natürlich super. Auch wenn davon ausgegangen werden darf, dass sich die meisten einfach Eiswürfel (oder einfach kaltes Wasser) übern Schädel leeren und nicht wirklich nachdenken, was da dahinter steckt. Die wenigsten von den Eis-Fans werden spenden. Aber anscheinend tun es wenigstens ein paar – und das ist besser als nichts.

Abgesehen vom Awareness-Effekt sollte man sich die “Ice Bucket Challange”-Videos deshalb ansehen, weil man hier Promis ganz privat kennenlernt – in ihrem Garten, am Strand, nicht sonderlich gestylt. Und wenn man dann im Eiswasser badet, da reagiert jeder durch und durch menschlich – egal, wie bekannt man in der Welt ist. Wenn die Promis dann auch noch andere Promis nominieren (der Ronaldo zum Beispiel die Beyonce), dann ist’s besonders nett. Und man fragt sich, wer in der Glitzerwelt eigentlich mit wem befreundet ist (Jessica Alba anscheinend sehr gut mit Gwen Stefani, weil die bei deren Gartenparty eingeladen ist). Können sich ja nicht alle hassen dort.

Nur Lady Gaga ist die einzige, die es kunstvoll inszeniert, sich einen Kübel Wasser übern Kopf zu schütten. Klar. Das Alltägliche zur Kunst machen, anders kann die Gaga halt nicht. Obwohl: So alltäglich ist die “Ice Bucket”-Aktion auch wieder nicht …

Anyway: Ich hab ein paar “Ice Bucket Promi Challange”-Videos für euch zusammen gesammelt – von Bill Gates über Justin Timberlake, Oprah Winfrey bis hin zu Robert Downey Jr, Carrie Underwood und sogar dem Cast von “Grey’s Anatomy”. Auch der Bieber kühlt sich ab – tut dem Rotzlöffel vielleicht mal ganz gut. Schadensfreude, zugegeben.

Besonders lustig: Sowohl Stefan Kretschmar als auch Oliver Pocher nominierten Angela Merkel. Wird die nun auch baden gehen – und zwar zur Abwechslung mal nicht im politischen Terrain? Wahrscheinlich nicht – auch Barack Obama hat bereits gekniffen. Aber immerhin hat er gespendet. Und darum geht’ ja.

Deshalb: hier nochmals die ALS Association-Homepage. Merke: Nicht nur blödeln, auch spenden!!! (Taylor Swift tut’s auch!)

 

 

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About the Author

Ich bin freiberuflicher Journalist in Österreich (I’m a freelance journalist in Austria) – und wie das bei Journalisten so ist, schreibe ich über alles (naja, fast alles) lieber als über mich selbst. In meinem Fall: Kultur, Pop, Popkultur – und alles, was dazwischen liegt. Weil man Lifestyle, Musik, Film, TV, Gesellschaftskritik, Politik und Gossip nun mal nicht trennen kann. Weil Populärkultur der Spiegel der Gesellschaft ist. Und weil ich als Journalist der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten will. Man könnte auch sagen: Popkultur mit Niveau. Infotainment vom Feinsten.



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