Published on September 18th, 2013 | by Manuel Simbürger

R.I.P. Marcel Reich-Ranicki

Trotz der Schrecken, die er als junger Erwachsener im Warschauer Ghetto erlebte, kehrte Marcel Reich-Ranicki nur wenige Jahre nach dem Krieg nach Deutschland zurück. In den Folgejahren avancierte er zum berühmtesten Literaturkritiker der Bundesrepublik, nun ist der Star des “Literarischen Quartetts” gestorben.

Marcel Reich-Ranicki ist tot. Deutschlands berühmtester Literaturkritiker starb im Alter von 93 Jahren, er erlag seinem Krebsleiden. Dies twitterte der Herausgeber der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, Frank Schirrmacher. “Wir trauern alle.”

Reich-Ranicki, der aus einer deutsch-polnischen Familie stammte und als Jude in Berlin aufwuchs, hatte das Warschauer Ghetto überlebt. 1958 kehrte er nach Deutschland zurück. Im März 2013 hatte Reich-Ranicki, der in Frankfurt lebte, seine Krebserkrankung öffentlich gemacht.

Einem großen Publikum wurde der Kritiker mit der ZDF-Sendung “Das Literarische Quartett” bekannt. Neben zahlreichen anderen Büchern veröffentlichte er 1999 seine Autobiografie “Mein Leben”, die zum Bestseller wurde. Das Buch wurde nach Verlagsangaben mehr als 1,2 Millionen Mal verkauft.

Bis ins hohe Alter gab der scharfzüngige Kritiker in der Literaturszene die Richtung vor. Er schrieb noch regelmäßig für die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung”.

Bis August 2006 trat Reich-Ranicki auch noch in Sondersendungen des “Literarischen Quartetts” auf. Reich-Ranicki wurde für seine Arbeit mit zahlreichen Preisen und Ehrendoktorwürden geehrt. Seine Frau Teofila (“Tosia”) starb im April 2011 im Alter von 91 Jahren.

(Quelle: n-tv.de)

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Ich bin freiberuflicher Journalist in Österreich (I’m a freelance journalist in Austria) – und wie das bei Journalisten so ist, schreibe ich über alles (naja, fast alles) lieber als über mich selbst. In meinem Fall: Kultur, Pop, Popkultur – und alles, was dazwischen liegt. Weil man Lifestyle, Musik, Film, TV, Gesellschaftskritik, Politik und Gossip nun mal nicht trennen kann. Weil Populärkultur der Spiegel der Gesellschaft ist. Und weil ich als Journalist der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten will. Man könnte auch sagen: Popkultur mit Niveau. Infotainment vom Feinsten.



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