Cinema Harry-Potter-7

Published on Juli 11th, 2014 | by Manuel Simbürger

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Was wurde aus … Harry Potter?! (er ist grauhaarig)

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Ich kenne Leute, die zucken jetzt grad aus. Weil bevor es Twilight gab, vor Tribute of Panem, vor Game of Thrones, da gab es einen kleinen Zaubererjungen. Mit einer blitzförmigen Narbe auf der Stirn. Dieser Junge hieß Harry Potter. Und dessen Abenteuer in Buchform haben sich bis heute über 450 Millionen (!) Mal verkauft. Der letzte Band “Harry Potter and the Deathly Hallows” ist aber bereits vor sieben Jahren erschienen.

Aber nun sind Harry und seine Freunde Hermine und Ron wieder zurück. Naja, fast. Wenigstens ein bisschen. Also, so ein kurzer Zauber-Auftritt sozusagen.

Denn Potter-Mutter J.K. Rowling hat eine neue Kurzgeschichte verfasst, die vor wenigen Tagen auf ihrer Website Pottermore erschien. Dieser Text umfasst zwar nur rund 2.000 Zeichen, aber wir Potter-Fans nehmen ja, was wir kriegen können. Und wir haben mit diesem Text so einiges bekommen. Nämlich einen Ausblick in Potters Zukunft, die sich wohltuend an den Epilog des letzten Bandes anlehnt (und nicht sämtliche Entwicklungen ignoriert, wie es diverse TV-Serien so gerne tun).

Harry ist nun grauhaarig 

Im Stil einer Klatschkolumne und mit den Worten der Sensations-Reporterin Rita Skeeter, die Harry seit Band Vier das Leben schwer macht, erzählt Rowling, passend zur WM-Zeit, von Harrys Reunion mit seinen alten Freunden während der Weltmeisterschaft des Besen-Reitsports Quidditch. “Dumbeldore’s Army” hat sich wieder versammelt und da ist das Interesse der Journalisten groß, nicht nur in der Muggel-Welt, sondern auch im Potter-Universum. Und Rita Skeeter (ich liebe diesen Namen!) gibt uns einen sensationslüsternen Einblick, wie Harrys Leben nun so aussieht:

Zum Beispiel hat Harry, der mittlerweile als Ploizist bei einer Zauberer-Spezialeinheit arbeitet, eine neue Narbe, nämlich auf der rechten Wange. Woher, das weiß man nicht, denn wie schon vor vielen Jahren spricht “Dumbledore’s Army” mit der Presse nicht über ihre Einsätze (ich wär als Pressefutzi auch ganz schön angepisst). Rita aber, die Gute, vermutet gleich mal eine Ehekrise zwischen Harry und seiner Ginny  - denn bekanntlich heiratet Harry in der Zukunft Rons Schwester (und  nicht Hermine, wie Rowling selbst vor kurzem rückblickend bedauerte). Da aber die Kurzgeschichte paar Jahre vor dem Epilog von Band 7 spielt und hier nichts von einer Ehekrise zu spüren ist, dürfte da eher die Fantasie mit Rita durchgegangen sein.

Ginny selbst ist mittlerweile Sportjournalistin und berichtet von der Quidditch-WM (die wahrscheinlich auch die Deutschen gewinnen). Harry stellt seine Söhne James und Albus seinen alten Freund Viktor Krum vor, immer noch Seeker der bulgarischen Nationalmannschaft (und sexy wie eh und je). Harry selbst habe mittlerweile schon ein paar graue Haarsträhnen, aber, sehr zum Leidwesen von Rita, immer noch seine Nickelbrille, “von der manche sagen, dass sie besser zu einem stillosen Zwölfjährigen passen würden.” Naja, wo die Rita Skeeter Recht hat ….

Ron, Hermine & der Jungspund 

Ron und Hermine sind auch da, ganz logisch, und glücklich verheiratet (was ich mir irgendwie nicht vorstellen kann, wie die kleine Rita Skeeter in mir mir grad ins Ohr flüstert). Hermine, die coolste Sau im Potterversum, hat eine beispiellose Karriere im Department of Magical Law Enforcement hingelegt und ist nun Vorsitzende dieser Abteilung. Aber rumour has it, dass Hermine noch viel Höheres anstrebt. Ich sage: Hermine for President for everything!  “Ist sie der Beweis, dass eine Hexe alles haben kann?” fragt sich Rita. Ja, sage ich! Auch mit ihren verrückten Strubbelhaaren, die sie, laut Rita, immer noch mit Stolz trägt.

Und Ron (den ich irgendwie immer langweilig fand)? Der hat mit Haarausfall zu kämpfen und war einige Zeit Autor, bevor er ins Funartikel-Geschäft seines Bruders mit dem klingenden Namen “Weasleys’ Wizard Wheezes” einstieg. Schnarch. Ich sag ja: Kann Power-Hermine neben Furzkissen-Ron wirklich glücklich werden?!

(Meine innere Rita sagt mir gerade, dass Hermine und Harry in Wirklichkeit schon lange ein heimliches Gspusi miteinander haben).

Rita erwähnt auch die Kinder von Luna Lovegood (sie hat Zwillingssöhne mit Rolf Scamander, Enkel von Schulbuchautor Newt Scamander) sowie Harrys Patenkind Teddy Lupin, der heimlich mit Victoire Weasley, Tochter von Rons Bruder Bill, rummacht. Was bisserl danach klingt, als ob da ein Spin-Off mit der nächsten Potter-Generation am Entstehen sei. We count on you, Rowling!

Geschäftstüchtig

Apropos Rowling: Dass die Gute Geschäftssinn hat, weiß man spätestens, seitdem bekannt wurde, dass die ehemalige Sozialhilfe-Empfängerin mehr Knete als die Queen hat: die neue Potter-Kurzgeschichte erschien, so ganz zufällig, am selben Tag, an dem der Harry Potter-Vergnügungspark in Florida neu eröffnet wurde. Und für den Text selbst muss man natürlich zahlen, denn Pottermore ist registrierungs- und kostenpflichtig. Übrigens: die neue Kurzgeschichte legte die Site kurzfristig lahm …

Interessant ist zudem der Entschluss Rowlings, den Text in Klatschkolumnen-Stil zu schreiben. Sie scheint damit offene Kritik an den britischen Medien zu nehmen, deren skrupellose Taktiken durch die Prozesse der “News of the World” bekannt geworden sind. Und Rowling war ja immer schon bekannt dafür, in ihren Büchern gesellschaftliche Kritik zu üben.

Wie dem auch sei: Harry Potter und Friends geht es in der Zukunft also gut. Uns nicht. Weil wir nun unbedingt wissen wollen, woher Harrys zweite Narbe stammt und an nichts mehr anderes denken können. Vielleicht ja von intimen Spielchen mit Hermine. Ach, meine kleine innere Rita Skeeter ….

 

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About the Author

Ich bin freiberuflicher Journalist in Österreich (I’m a freelance journalist in Austria) – und wie das bei Journalisten so ist, schreibe ich über alles (naja, fast alles) lieber als über mich selbst. In meinem Fall: Kultur, Pop, Popkultur – und alles, was dazwischen liegt. Weil man Lifestyle, Musik, Film, TV, Gesellschaftskritik, Politik und Gossip nun mal nicht trennen kann. Weil Populärkultur der Spiegel der Gesellschaft ist. Und weil ich als Journalist der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten will. Man könnte auch sagen: Popkultur mit Niveau. Infotainment vom Feinsten.



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