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Published on Dezember 18th, 2016 | by Manuel Simbürger

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Baywatch-Trailer: Action, nackte Haut und Zac Efron

Es war eine der ganz großen TV-Sensationen der 1990er-Jahre. Es war der Porno, auf den man nicht bis weit nach Mitternacht warten musste (remember: life before the internet!!). Es war die Zeit, in der David Hasselhoff noch cool und mit selbstverständlicher Lässigkeit der coolste Typ im Fernsehen war. Es war das Lebenselixier von Joey und Chandler. Es war Action. Es war Sex. Es war Fun. Es war Kult.

Es war Baywatch.

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Comeback der Rettungsschwimmer

Slow-Motion-Strandläufe, knappe Badeanzüge und -hosen (schließlich verlangten auch die Frauen und Schwulen nach ihrem Anteil an nackter Haut!), Silikonbrüste, Steroid-gestählte Körper, atemberaubende Action, seichte Unterhaltung und Pamela Anderson: Dieses Erfolgsrezept machte “Baywatch”, obwohl die erste Staffel noch ein handfester Flop war, zur erfolgreichsten US-Fernsehserie des 20. Jahrhunderts, die in 144 Ländern ausgestrahlt und während ihrer erfolgreichsten Zeit wöchentlich von über einer Milliarde Menschen weltweit gesehen wurde. Und auch, wenn die späteren Staffeln – trotz immer noch Rundumschlag-Sexappeal – beinahe unter der öffentlichen Wahrnehmungsgrenze liefen, verbindet man die Neunziger heute, neben Techno, quietschbunter Mode und den Spice Girls, unweigerlich mit “Baywatch”. Und hat dabei, sagen wir mal, ein seliges Lächeln auf den Lippen.

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis der Remake-Revival-Wahnsinn, der seit geraumer Zeit die Kino- und TV-Landschaft heimsucht, auch an “Baywatch” nicht vorbeikommt. Schon 2012 wurden die ersten Gerüchte laut, dass die Rettungsschwimmer von Malibu ihre Traumkörper bald auf der großen Leinwand präsentieren dürfen – natürlich mit neuen frischen, ähm, Gesichtern, denn Hasselhoff in Badehose will heutzutage vermutlich keiner mehr sehen – dafür sitzt der Schock ob seines Hamburger-Fressorgie-Videos noch zu tief. Man darf also aufatmen: Zwar geht es im Streifen immer noch um unsere altbekannten Helden Mitch Buchannon, Matt Brody, Summer Quinn, C.J.Parker und sogar um die fade Stephanie Holden, die werden in der Remake-Filmversion aber u.a. von Dwayne Johnson, Zac Efron, Alexandra Daddario und Kelly Rohrbach verkörpert. Und die gehören (mehr oder weniger) bekanntlich zu den heißesten Stars, die Hollywood derzeit zu bieten hat. Nichts mit Schwabbelbauch und Cellulite-Oberschenkel also. “Baywatch: The Movie” setzt erneut jenes Ideal einer vor Gesundheit und Tatendrang strotzenden Jugendlichkeit gekonnt in Szene, für das auch schon die Mutterserie bekannt war.

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Endlich ist er da: der erste offizielle Trailer!

Davon kann man sich auch im ersten offiziellen Trailer überzeugen, der vor kurzem – nach monatelangen Spekulationen und Behind-the-scenes-Fotos in Klatschblättern – endlich im Netz veröffentlicht wurde. Schnell wird klar: Stärker als die TV-Serie setzt die Filmversion auf Humor, der noch dazu weit unter der Gürtellinie (und in der Natur der Sache auf einer Metaebene) angesiedelt sein dürfte. Da fragt Johnson’s Mitch den von Efron dargestellten Matt, wieso dessen Eier wie ein 3-jähriges Mädchen klingen und letzterer (also Matt, nicht seine Eier…obwohl….) kann die Augen nicht von Summers Brüsten lassen. Dass “Baywatch: The Movie” also tatsächlich ein R-rated-Film werden wird, ist nach diesem Trailer immer wahrscheinlicher – nicht zuletzt, da er sich so perfekt in Efrons Filmographie fügt, der sich zuletzt mit Dirty-Comedies wie “Bad Neighbours”, “Dirty Grandpa” oder “Mike and Dave need wedding dates” nicht nur höchst erfolgreich als DAS Gesicht einer neuen (Ab-18)-Comedy-Generation etablieren konnte, sondern auch in jedem Streifen voller Stolz seinen gestählten Body präsentierte.

Nicht überraschend also, dass sich der Film neben Johnson (immerhin best verdienenster Schauspieler 2015!) vor allem auf Efron konzentriert. Dessen Matt Brody, dreifacher Goldmedaillen-Schwimmer, soll der an Imageproblemen leidenden “Baywatch”-Marke wieder neues Leben einhauchen (ich sag doch: Meta!!) – wobei er ganz schön mit dem gewissenhaften Chef Buchannon aneinander gerät. Dass Lebemann Brody verdächtig an den (gefallenen) Schwimmer Ryan Lochte erinnert, dürfte wohl volle Absicht sein. Und ist irgendwie tatsächlich lustig.

Weil aber auch die Mutterserie nicht für ihre überraschenden Wendungen und Plots bekannt war, ist auch das Drehbuch des Films mehr als vorhersehbar: Buchannon und Brody – der Erfahrene und der Youngster – müssen bald gemeinsame Sache machen, denn am Strand von Malibu geht es nicht mit rechten Dingen zu. Leichen tauchen auf und die Unterwelt des Ewigen-Sommer-Örtchens scheint alles daran zu setzen, die Sonne in Malibu für immer untergehen zu lassen ….

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Genau das Richtige für den Sommer

Alles in allem erinnert “Baywatch: The Movie” an altbekannte Cops-Buddy-Movies, die mit Actionszenen und derben Humor dem (männlichen) Zielpublikum genau das gibt, was es will. Sogar Slow-Motion-Gerenne gibt es in der Neuauflage wieder – und angeblich auch den einen oder anderen Cameo-Auftritt von David Hasselhoff und Pamela Anderson. Gespannt sein darf man auf jeden Fall und kurzweiliges Vergnügen dürfte der Film auch bereiten. Mit Johnson und Efron in den Hauptrollen wird “Baywatch: The Movie” wahrscheinlich auch ein Publikum jenseits der 90s-Kids finden. Mit seinem Starttermin am 26. Mai 2017 ist er zudem der perfekte Startschuss in den Sommer. Jene Jahreszeit, in dem wir gerne mal den Kopf ausschalten und unsere Hormone überhand nehmen lassen  - und wohl kein Film fängt das besser ein als “Baywatch”. Endlich dürfen wir wieder ins Kino strömen und ohne Scham sagen: “Die Story geht mir eigentlich ziemlich am Arsch vorbei!”

Denn, das müssen auch die strengsten Kritiker zugeben: Es ist vollkommen egal, worum es in “Baywatch” geht, wie die Dialoge, wie gut oder schlecht die schauspielerischen Leistungen sind: Bereits beim Ansehen des Trailers tun wir uns schwer, uns auf etwas anderes als auf Efrons nackten Oberkörper zu konzentrieren. Oder, wie mein Schwager schon damals so treffend formulierte: ” ‘Baywatch’ schaust dir am besten ohne Ton an – dann ist’s erst richtig gut!”

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 Bilder: (c) Paramount Pictures

 

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About the Author

Ich bin freiberuflicher Journalist in Österreich (I’m a freelance journalist in Austria) – und wie das bei Journalisten so ist, schreibe ich über alles (naja, fast alles) lieber als über mich selbst. In meinem Fall: Kultur, Pop, Popkultur – und alles, was dazwischen liegt. Weil man Lifestyle, Musik, Film, TV, Gesellschaftskritik, Politik und Gossip nun mal nicht trennen kann. Weil Populärkultur der Spiegel der Gesellschaft ist. Und weil ich als Journalist der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten will. Man könnte auch sagen: Popkultur mit Niveau. Infotainment vom Feinsten.



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