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Published on März 21st, 2016 | by Manuel Simbürger

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Mariah kommt nach Wien … und wo bist Du?!

2016 ist ein gutes Jahr. Für Österreich. Zumindest musikalisch (und darauf kommt’s ja schließlich an). Nicht nur, dass wir eine würdige ESC-Vertreterin für unser Land gefunden haben (zumindest, wenn man diversen Umfragen glauben mag) und im Rahmen der Vorausscheidung auch die eine oder andere künstlerische Entdeckung gemacht wurde (Elly V, Sankil Jones) – das Alpenland wird heuer auch von diversen Größen des Musikbiz beehrt (oder heimgesucht, je nachdem). Revolverheld zum Beispiel. Sarah Connor. Adam Lambert (womit wir meine persönlichen kommenden Konzert-Abende auch gleich mal aufgezählt hätten). Auch Rod Stewart wird Wien besuchen. Sowie The Corrs. Justin Bieber auch, kreisch! Rihanna nicht zu vergessen. Oder Hansi Hinterseer.

Und dann ist da noch sie.

Der Superstar.

Die Diva.

Die Elusive Chanteuse.

Die Glitter-Verbrecherin.

Die Mutter aller Lämmer.

Die Mimi.

Mariah Carey.

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Wien wird zur Diva-Residenz

Wer’s nämlich noch nicht mitbekommen hat: Die „We belong together“-Sängerin beehrt am 19. April die österreichische Hauptstadt. Karten gibt’s noch, zumindest vereinzelt – denn wenn jemand an diesem Abend einen schwulen Mann suchen sollte, dann befindet der sich (mit seinen 500 besten Freunden) sicherlich in der Wiener Stadthalle. Falls Du noch unentschlossen sein solltest, Teil des legendären musikalischen Events zu sein oder doch lieber allein daheim zu hocken und sich The Big Bang Theory reinzuziehen – hier mal fünf Gründe, wieso Du dir das Mariah Carey-Konzert auf keinen Fall entgehen lassen solltest:

 

1. She still got it

Lasst uns das mal kurz verinnerlichen: Die Carey steht seit den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts im Rampenlicht – und das ist an dieser Stelle eine nette kleine Untertreibung: Als „Nachwuchs-Whitney Houston“ angepriesen, startete das Goldkehlchen durch, schenkte uns Hits wie „Vision of Love“, „Hero“, „Without you“, „Heartbreaker“ oder „We belong together.“, amüsierte (und schockierte uns zugleich) mit filmischen Verbrechen wie „Glitter“, schaffte es (trotzdem) auf insgesamt 18 Nummer 1-Hits und ist somit die erfolgreichste Sängerin aller Zeiten (sagt man zumindest, wer weiß das schon so genau). Wie wir aber von Legenden wie Whitney, Michael Jackson, Madonna, Janet Jackson oder auch Christina Aguilera wissen: Die Stimme, die einst so groß war, die Bühnenpräsenz, zu Beginn so einnehmend, die Persona, damals so einzigartig – das alles leidet im Laufe der Jahre, verblasst, manchmal so sehr, dass nur noch ein Krächzen und ein verschwitztes Gesicht (RIP, Whitney!) übrig sind.

Aber die Mimi? Ja, auch die hatte ihre Hänger (und damit meine ich nicht sämtliche Rettungsringe oder Brüste, die aus den viel zu engen Kleidchen hervorgequollen sind) zwischendurch, war vielleicht gar weg vom Fenster, die Hits blieben aus. Vergangenes Jahr aber gab sie mit ihren Las Vegas-Konzerten erneut ein nicht zu unterschätzendes Lebenszeichen von sich – und das scheint „Mother Lamb“ gut getan zu haben: Kritiker und Fans überschlugen sich zu Beginn ihrer aktuellen „Sweet Sweet Fantasy“-Tour: Sowohl, obwohl stark von Backgroundsängerinnen unterstützt, die husky notes als auch die berühmten whistle notes treffe Mariah immer noch mühelos, freuen sich die Kritiker unisono, die Songs haben von ihrer Emotion, ihrer Aktualität nichts verloren. Mariah Carey lässt von der ersten Konzertsekunde an keinen Zweifel, dass es immer noch sie ist, die am Thron sitzt. Womit wir schon beim nächsten Grund wären, wieso man keinesfalls das Konzert der Diva verpassen sollte:

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2. Last Diva on earth

Hollywood-Insider und -Größen bezeichnen Carey als „letzte Diva unserer Zeit“ – und Recht haben sie: Keine Künstlerin (oder auch Künstler) der Gegenwart verkörpert die Aura eines Superstars, einer Legende – einer Diva – so sehr, so perfekt und so mühelos wie Carey. Die Sängerin ist Diva mit jeder Faser ihres Körpers – und pflegt dieses Image immerhin auch schon seit vielen Jahren, nicht zuletzt auch während der aktuellen Tour: Für die Kostümwechsel, so heißt es, lässt sie sich betont Zeit, beim (sündhaft teuren) Meet & Greet lässt sie den Fans via ihrer Bodyguards ausrichten, nicht berührt werden zu wollen. „I don’t do stairs“ gilt auch heute noch, und von den sexy Tänzern, die sie auf der Bühne umrunden (und sie somit noch mehr wie eine gottähnliche Erscheinung aussehen lassen), lässt sie sich auf Händen tragen. Mariah Carey kommt nicht auf die Bühne, sie schreitet, sie steht nicht, sie schwebt. Das Licht umschmeichelt sie derart perfekt, dass es stets so scheint, als wäre sie von einem Ganzkörper-Heiligenschein umgeben. Mimi, die Retterin der Menschheit. Oder zumindest des Musikbiz: Denn nach dem Ableben von Whitney Houston und Michael Jackson (Madonna? Die tritt aktuell von einem Konzert-Fettnäpfchen ins nächste) ist Mariah Carey der letzte lebende Superstar. Eine der ganz wenigen, die allein mit ihrem Vornamen weltweit bekannt ist. Jemand, der Glamour und Narzissmus lebt wie niemand sonst. Das sollte man mit eigenen Augen gesehen haben.

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3. Eine Nummer 1- Orgie

Wer bereits rund 30 Jahre im Geschäft ist, kann einige Nummer 1-Hits vorweisen. Bei Mimi sind es 18 am Stück. Und weil die Gute weiß, was die Fans von ihr hören wollen – und wie man das meiste Geld an Land zieht – trällert Carey auf ihrer Tour beinahe ausschließlich Nummer 1-Hits. So, wie sie es schon in Las Vegas getan hat, was ja auch ganz gut ankam, denn: Wer kann von sich schon behaupten, ein ganzes Konzert (fast) nur mit No 1-Hits füllen zu können?!  „Fantasy“ gibt sie genauso zum Besten wie „We belong together“, „Always be my baby“ oder „Hero“. Wer’s schräg mag: Sogar im Frühling ist es der Weihnachts-Queen auch nicht zu blöd, „All I want for Christmas“ zu performen. Dafür wird’s mit „When you believe“ arg sentimental: Nicht nur, dass Carey das No 1- Duett mit Whitney Houston das erste Mal seit Jahrzehnten live performt, Houston wird dabei, wie sich’s gehört, auf die große Leinwand projiziert. Da sollte man schon mal möglichst viele Taschentücher griffbereit halten. Apropos: Natürlich dominieren in einem Mariah Carey-Konzert Balladen. Schnulzen, sagen die einen, hochemotionale Lovesongs die anderen. Wie auch immer: Wie kein(e) andere schafft es Carey, mit ihren Balladen und ihrer engelsgleichen Stimme den Fans das Gefühl zu geben, sich in einem wunderschönen Glaspalast zu befinden, der über den Wolken schwebt und von Licht umgeben ist. Carey säuselt einen ein und löst beim Zuschauer nicht nur Entspannung, sondern inneren Frieden aus. Auf jeden Fall entführt sie einen auf Wolke Sieben, in höhere Ebenen, in andere Sphären. Wer braucht schon Weed, wenn er die Mimi hat.

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4. Ein Fest fürs Auge

Let’s face it: Die Mimi war einige Zeit nicht gerade die modischste. Bisserl mollig war sie auch, was okay wäre, wenn sie sich entsprechend gekleidet hätte. Seit kurzem aber – vielleicht liegt’s ja an der aktuellen Verlobung mit einem Billionär – präsentiert sich Carey der Öffentlichkeit so schlank, so durchtrainiert, so gesund wie schon lange nicht mehr. Die (erblondeten) Haare eine wallende Goldmähne, der Körper mit genau den richtigen Runden ausgestattet und in sexy Glitzer-Kostümen gehüllt, das Gesicht strahlend und faltenfrei (das lassen wir mal so stehen). Wenn’s an diesem Abend einen Hetero-Kerl im Publikum geben sollte, dann hat der wenigstens auch was vom Abend.

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5. Schnell, bevor’s wieder peinlich wird

Mimi hat ja bisschen den Hang dazu, sich (unfreiwllig?) Späßen und auch Spott auszusetzen. Das ist bisschen schade, eigentlich, manchmal ist sie aber halt auch selbst dran Schuld (Stichwort „Glitter“). Das könnte sich bald wiederholen: Denn den erneuten Karrierefrühling auskostend, wird’s am Klatsch & Tratsch-Sender „E! Entertainment“ noch heuer eine Reality-Show geben. Mit und von der Mimi. Sie ist wirklich witzig, die Gute, und ihr Leben ist sicher auch spannend. Dass das Ganze nicht ohne Fremdschämfaktor ablaufen wird, darf aber erwartet werden. Weil die Mimi halt dann doch manchmal übers Ziel hinausschießt. Deshalb: Noch schnell Tickets sichern und sich die Legende Mariah Carey live geben, bevor sie zur Reality-Trulla Mimi wird. Erleben wir sie so, wie wir sie in Erinnerung behalten wollen. Als Elusive Chanteuse, als Imperfect Angel, als Diva einer vergangenen Zeit. Die Realität holt uns schon noch schnell zurück. Spätestens auf E!.

 

Bilder: (c) James Waser, Wikipedia

 

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About the Author

Ich bin freiberuflicher Journalist in Österreich (I’m a freelance journalist in Austria) – und wie das bei Journalisten so ist, schreibe ich über alles (naja, fast alles) lieber als über mich selbst. In meinem Fall: Kultur, Pop, Popkultur – und alles, was dazwischen liegt. Weil man Lifestyle, Musik, Film, TV, Gesellschaftskritik, Politik und Gossip nun mal nicht trennen kann. Weil Populärkultur der Spiegel der Gesellschaft ist. Und weil ich als Journalist der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten will. Man könnte auch sagen: Popkultur mit Niveau. Infotainment vom Feinsten.



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