Cinema Unknown-2

Published on November 21st, 2015 | by Manuel Simbürger

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Wenn Filme zu Serien werden

Hollywood liebt die „guten alten Zeiten“. Hollywood liebt Recycling. Hollywood liebt Sperrmüll (quasi). Und Hollywood liebt vor allem sich selbst. Weshalb seit geraumer Zeit der Trend in der Traumfabrik vorherrscht, aus Altes Neues zu machen – und dabei auch noch medienübergreifend zu agieren. Immer mehr (klassische) Kinohits werden als TV-Serien verwurstelt – vielleicht auch deshalb, weil auch die altmodischsten Hollywood-Produzenten endlich verstanden haben, dass TV das neue Kino ist – spätestens seit „Breaking Bad“ und „Mad Men“ müssten wir das alle wissen.

Insgesamt haben heuer die großen US-amerikanischen Networks CBS, ABC, NBC und Fox sage und schreibe 18 neue Serienadaptionen bekannter Kinofilme bestellt. Zählt man jene Adaptionen dazu, die sich bereits in Produktion befinden, kommt man auf die stolze Zahl von 40! Aber auch sonst setzt man in Hollywood zurzeit auf bekannte Stoffe – sowohl im TV- als auch Kinogenre: Zum einen ist man nach dem Erfolg von „Cinderella“ ganz wild auf Live-Action-Remakes von Disney-Klassikern – weshalb man bald „The Beauty and the Beast“ und sogar „Arielle“ in Fleisch und Blut bewundern darf. Oder 80er- und 90er-Serienhits werden in frischem Gewand wieder neu aufgelegt – zum Beispiel „The A-Team“, „McGyver“ oder „Hart aber Herzlich“ (mit einem schwulen Pärchen!). Manchmal gehts auch den umgekehrten Weg, wenn auch selten: Die Kult-Kinderserien „My Little Pony“ und „Power Rangers“ sollen die nächste Generation an Kinogehern in ihren Bann ziehen.

Klar, überraschend ist der Recycling-Trend nicht: Wir befinden uns im Golden Age der TV-Serien, pro Saison starten rund 400 (!) neue Formate. Böse Zungen behaupten zwar, den Machern würden die Ideen ausgehen – wer aber an (neue) Formate wie „Scream Queens“, „Penny Dreadful“ , „Hand of God“ oder auf Kino-Seite an so Innovatives wie „Birdman“, „Drive“ oder „Red Silver Lining“ denkt, der weiß: Nein, Potenzial und Kreativität für Neues ist in Hollywood nach wie vor vorhanden. Vielmehr liegen die Gründe für die aktuelle Altstoffverwertung ganz woanders – nämlich, klar, beim lieben Geld. Dank Netflix, Hulu, Amazon und Co., aber auch dank den Pay-TV-Sendern Showtime, HBO und FX geraten die klassischen Sender immer mehr unter Erfolgsdruck. Bei dieser Masse an serieller Ware ist es heutzutage so gut wie unmöglich, Formaten Zeit zu geben, sich zu etablieren, wie man es noch vor einigen Jahren getan hat. Überzeugt eine Serie quotentechnisch nicht schon in den ersten zwei bis drei Wochen, wird sie gnadenlos abgesetzt – und durch eine neue Produktion ersetzt, denn Mangel an neuer Ware besteht ja nicht.

Ein immer Mehr an Serien bedeutet aber auch: ein immer Mehr an Kosten. Auch dank der steigenden Qualität der Serien wird es selbst in den großen Hollywood-Kassen manchmal eng. Fast verständlich, dass die Produzenten auf Nummer Sicher gehen wollen und auf Stoffe zurückgreifen, die bereits ihr Publikum gefunden haben. „Minority Report“, „Lethal Weapon“ oder „Eine verhängnisvolle Affäre“ waren schon vor Jahren ein Hit – wieso nicht auch jetzt wieder als Serienversion?!

Streng genommen ist das aber kein ganz neues Phänomen. Man denke an „Buffy The Vampire Slayer“, dessen TV-Adaption die Popularität des Original-Kinofilms weit übertroffen hat, oder auch an Robert Altmans 1970er-Klassiker “M*A*S*H”, der gar als Vorbild für insgesamt drei Fernsehserien herhalten musste („M*A*S*H“, „AfterMASH“ und „Trapper John, M.D.“). Von den unzähligen Samstag-Morgen-Cartoons, die erfolgreiche Kinofilme für ein jüngeres Publikum adaptierten, will ich ja gar nicht anfangen.

Ich hab mal versucht, eine Übersicht all der recycelten Hollywood-Kinostoffe zusammenzustellen, die in den kommenden Monaten oder Jahren als TV-Version auf uns zukommen – oder die bereits am Markt sind (oder auch waren). Vollständig ist das Ganze sicher nicht – denn an der derzeitigen Serienflut droht sogar ein Profi-Serienschwimmer wie ich zu ertrinken ….

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Cruel Intentions
Der Teenie-Kult-Hit aus dem Jahr 1999, selbst ein Remake, stellt in der TV-Version Bash Casey, den Sohn von Anette und Sebastian, in den Mittelpunkt. Bash kommt den Tagebüchern seines legendären Casanova-Vaters auf die Spur – und findet sich bald in der Upper Class-Welt wieder, in der Macht, Intrigen und Sex an der Tagesordnung stehen. Da fällt der Apfel wohl nicht weit vom Stamm (hoffentlich!).

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Das Schweigen der Lämmer
„Hannibal“ mit den großartigen Hugh Danny und Mads Mikkelsen – beide way underrated! – war von Beginn an ein Kritikerliebling, die große Publikums-Masse konnte mit den avantgardistischen, blutrünstigen und wie Träume inszenierte Folgen eher weniger anfangen. Wegen schwachen Quoten war nach der dritten Staffel Schluss. Schade, stand die Serie doch dem Kultfilm um nichts nach. „Hannibal“ war eine der besten Serien der letzten Jahre.

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About a Boy
Erwachsener Grantler, aber Frauenheld, freundet sich mit Außenseiter-Buben an. Klingt seicht? Kann sein, der Film mit High Grant und Toni Collette war jedenfalls ein großer Hit. In der Serienversion übernahmen David Walton und Minnie Driver die Hauptrollen – und waren so langweilig, dass sie am Serienmarkt schell sang- und klanglos untergingen. Aus nach zwei Staffeln – ohne dass es jemand bemerkt hätte.

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From dusk till dawn
Im Original sind George Clooney und Quentin Tarantino die Killer-Brüder, die auf Vampirjagd gehen, in der Fernsehadaption spielt D.J. Cotrona einen Möchtegern-Clooney und Zane Holtz einen besseren Psychopathen, als das einst Tarantino gelang. Lohnt sich das Reinschauen in die Netflix-Serie? Ja, sagt zumindest „Der Spiegel“: „Wem das viele Blut und das wilde Hin und Her des Originals (erst Krimi, dann Vampirthriller) Spaß machte, dem wird auch die Serie gefallen, die stimmungsvoll gefilmt ist und die Story genüsslich auf zehn Teile ausdehnt.“ Wurde gerade erst um ein drittes Jahr verlängert. Übrigens: Mit D.J. Cotrona gibt es einen neuen Hottie in der TV-Landschaft!

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Bates Motel
In der Filmreihe ist „Psycho“ Norman Bates bereits von seiner komplizierten (sprich: inzestiösen) Beziehung zu seiner Mutter mehr als gezeichnet, in der erfolgreichen TV-Serie werden die Jugendjahre des späteren Serienkillers beleuchtet – weshalb folgerichtig auch seine Mutter Norma Bates eine Hauptrolle spielt, kongenial exzentrisch verkörpert von Vera Farmiga. Freddy Highmore gibt den 17-jährigen Bates und fängt die furchterregende Aura von Anthony Perkins mühelos ein. Hoher Suchtfaktor!

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Fargo
Autor Noah Hawley trifft den lakonischen Tonfall der Coen-Brothers erstaunlich sicher, Martin Freeman ist ein hinreißender Loser und Billy Bob Thornton als in der Provinz Gestrandetem dabei zuzugucken, wie er freundlich lächelnd manches Blutbad anstiftet, ist ein großes Vergnügen. Interessant: In der Netflix-Serie wird eine andere Story als im Film erzählt, sie weist allerdings einige Parallelen zum Original auf. Wie „American Horror Story“ ist „Fargo“ eine Anthologieserie. Im zweiten Serienjahr ist u.a. Kinostar Kirsten Dunst mit von der Partie.

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Gotham
Ähnlich wie „Bates Motel“ beschäftigt sich „Gotham“ mit den Jugendjahren der Helden und der Schurken – nämlich von Batman, dem Pinguin, Catwoman und Co. Im Mittelpunkt steht allerdings nicht der junge Bruce Wayne, sondern der sexy Neo-Cop James Gordon, der in der Sünden-City Gotham City für Recht und Ordnung sorgen will. Das ist manchmal ganz interessant, meistens wird aber großes Potenzial verschenkt. Hier heißt es: Besser bei den Kinofilmen bleiben!

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Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.
Basierend auf „The Avengers“, folgt die Serie der Superhelden-Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. Interessant sind die zahlreichen Verweise auf das Marvel-Universum auf der großen Leinwand, Cobie Smulders von „The Avengers“ stattete der Serie sogar bereits einen Besuch ab. Anfangs mit Startschwierigkeiten gekämpft (wie wie es von Joss Whedon-Serien gewöhnt sind!), entwickelt sich die Serie nach und nach in einen düsten Action-Thriller, der stark auf Charakterentwicklung und Irrungen und Wirrungen setzt. Typisch Whedon halt.

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Lethal Weapon
In insgesamt vier Filmen schossen sich Mel Gibson und Danny Glover durch die Gegend, dann war Sch(l)uss – denn wer will schließlich heutzutage Gibson noch auf der großen Leinwand sehen? Weil das Buddy-Action-Genre aber immer geht, gibt’s nun ein Reboot in Form einer TV-Serie. Die Serie bleibt der Idee der Filmreihe treu: So steht auch hier der Cop und Ex-Navy-SEAL Martin Riggs im Mittelpunkt der Handlung, der nach dem Verlust seiner Frau und seines Kindes nach Los Angeles zieht. Mit seinem neuen Partner, Detective Roger Murtaugh, sorgt er künftig als Cop der LAPD für Recht und Ordnung. Doch zunächst muss sich das ungleiche Team zusammenraufen. Für das Drehbuch zeichnet Matt Miller („Chuck“) verantwortlich, vom Team der Filme wird keiner dabei sein – die Filmproduzenten sollen der Serie aber angeblich ihren Segen gegeben haben.

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Jack Ryan
Zuletzt sah man Feschak Chris Eine in der Rolle des coolen Agenten Jack Ryan (nach u.a. Harrison Ford und Ben Affleck), der große Erfolg blieb allerdings aus. Studio Paramaount hält trotzdem an „ihrem“ James Bond fest und plant aktuell eine TV-Serie rund um Ryan, Jack Ryan. Verantwortlich sollen Carlton Cruse („Lost“) und Graham Roland („Fringe“) zeichnen – gute Voraussetzung also für spannende Unterhaltung mit Anspruch. Mit an Board ist auch Michael Bay Produktionsfirma Platinum Dudes sowie Skydance Media. Bei der Serie soll es sich laut Berichten nicht um eine direkte Adaption von Clancys Romanen handeln, sondern um einen neuen, zeitgenössischen Ansatz rund um die Figur auf dem Höhepunkt seiner Karriere als CIA-Agent, dem die Bücher lose als Vorlage dienen.

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Taken (96 Hours)
Die Actionfilmereihe machte Liam Neeson zum spätberufenen Action-Superstar. Die Serie soll als Prequel angelegt sein und erzählt die Geschichte des jungen Bryan Mills, der als lediger, kinderloser Neuzugang seine Karriere beim CIA beginnt. Der Fokus liegt auf der Entwicklung seiner besonderen Fertigkeiten, die ihn zum Top-Agenten machen und die Mills in den Filmen in der Ansprache an die Entführer seiner Tochter als sein charakteristisches Erfolgsgeheimnis herausstellt. Die Rolle des Agenten wird, da die Vorgeschichte erzählt wird, nicht von Neeson, sondern vorm einen jüngeren Schauspieler verkörpert werden.

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R.E.D.
In der Action-Komödie (plus Fortsetzung) beweisen Bruce Willis, Helen Mirren (!) John Malkovich und Co, dass harte Kampfszenen, Waffengewalt und Humor keine Frage des Alters ist. Weil Geheimagenten immer gefragt sind, Action auch und die Generation 50 Plus immer mehr von Hollywood wahrgenommen wird, arbeitet man aktuell an einer R.E.D.-Serienversion. Dabei soll die Serie authentischer werden und den Focus verstärkt auf die einzelnen Figuren und ihr Leben im Alltag werfen, während sie in den Kampf gegen die Organisation ziehen, die sie rausgeworfen hat. Der Ton wird von Quellen als düster, aber dennoch witzig beschrieben und soll den Charme der Kinofilme beibehalten.

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Training Day
Und noch eine Cop-Buddy-Action-Reihe, die ins serielle Fach wechselt: Antoine Fuquas, der „Training Day“-Regiseur, nimmt auch bei der Serie im Regiestuhl Platz und hat sich gleich mal Star-Produzent Jerry Burgheimer („Fluch der Karibik“) ins Boot geholt. Weiter soll die Serie fünfzehn Jahre nach den Geschehnissen des Films ansetzen. Im Film von 2001 trifft der unerfahrene Officer Jake Hoyt (Ethan Hawke) auf Detective Alonzo Harris (Denzel Washington). Und dieser vertritt seine ganz eigene Auffassung von Recht und Gesetz…

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Freitag, der 13.
„AHS“, „Scream Queens“ und die MTV-Serie „Scream“ (diese basiert übrigens ebenso auf der gleichnamigen Kino-Reihe) beweisen: Horror ist aktuell in der TV-Landschaft stark angesagt. Jason Vorhees – der stoische Killer mit der Hockey-Maske – wird künftig auch im TV morden und killen, dass man sich danach nicht mehr ins Bettchen traut. Die Story, für die Bill Basso (Spezialeffekte “Terminator 2″) und Jordu Schell (Spezialeffekte “Avatar”) verantwortlich zeichnen, spielt zu unterschiedlichen Zeiten. Es wird um Bewohner des Crystal Lake gehen, jedem schicksalshaften Ort der Reihe, an den Jason in der Serie zurückkehrt. Außerdem werden neue Geheimnisse um die verrückte Familie des Killers enthüllt. Nicht genug, kommt „Freitag, der 13.“ bald auch als Reboot auf die großen Kinoleinwände.

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Scream Queens
Zwar nicht direkt auf einem Film basierend, ist der neue Ryan Murphy-Streich klar von der 90er-Erfolgs-Horrorreihe „Scream“ inspiriert: Unbekannte Killer in lustigen Verkleidungen (hier ist es der „Red Devil“) streifen auf einem Uni-Campus umher und meucheln junge, sexy und gar naive Studenten. Dass der Killer aus den eigenen Reihen ist, ist auch in der Serie von Beginn an klar und wird Woche für Woche an die Spitze getrieben. Ähnlich wie „Scream“ wird das Horrorgenre gekonnt persifliert, „Scream Queens“ überzeugt als Mischung aus „Glee“ und „American Horror Story“. Neben Jungstars wie Lea Michele, Emma Roberts oder Nick Jonas glänzt vor allem „Original Screen Queen“ Jamie Lee Curtis in der Rolle der zwielichtigen Uni-Rektorin.

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Eine verhängnisvolle Affäre
In „Eine verhängnisvolle Affäre“ von 1987 hat Familienvater Dan Gallagher (Michael Douglas) außerehelichen Sex mit Alex Forrest (Glenn Close), entschließt sich dann aber dazu, doch lieber wieder der Monogamie mit Ehefrau Beth (Anne Archer) zu frönen – eine Entscheidung, die Alex nicht akzeptieren möchte. Bald beginnt ein Psychoduell erster Güte zwischen den ehemaligen Lover … Regisseur Adrian Lyne bekam für den Kassenerfolg heftige Kritik wegen des Frauenbilds zu spüren – ob hier in der geplanten Fernsehserie inhaltlich nachgebessert wird, muss sich zeigen. Laut dem Branchenblatt Deadline sind aber mit Maria und Andre Jacquemetton zwei Autoren im Team, die mehrdimensionale Frauenfiguren schreiben können. Beide waren an den Skripten von „Mad Men“ beteiligt. „Eine verhängnisvolle Affäre“ soll eine Miniserie werden mit einstündigen Episoden. Beim Plot will man sich am Kinothriller orientieren – unbekannt ist derzeit, wer Close und Douglas in ihren Rollen als psychopathische Ex-Affäre und drangsalierter Fremdgeher nachfolgt.

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Ghost

„Ghost – Nachricht von Sam” – mit Patrick Swayze und Demi Moore in den Hauptrollen – war ohne Frage einer der erfolgreichsten Filme der 90er-Jahre (es gab fünf Oscarnominierungen). So erfolgreich, dass  aramount nun an einer Neuauflage des Kultfilms als TV-Serie arbeitet. Wer diesmal erotisch vor sich hin töpfern darf, ist noch nicht bekannt, fix ist allerdings, dass für die Serie „The Fringe“-Macher verantwortlich zeichnen werden.

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Teen Wolf
1985 war Michael J. Fox in „Teen Wolf“ noch ein durchschnittlich aussehender Teenager, der sich zu Vollmond in einen unter-durchschnittlich aussehenden Werwolf verwandelt und dabei mit allerlei Teenie-Problemen zu kämpfen hat. In der erfolgreichen MTV-Serie sind es überdurchschnittlich sexy Teenies, die auch in ihrer Werwolf-Gestalt nichts von ihrer Erotik einbüßen – im Gegenteil. Mit Teenieproblemen haben sie aber immer noch zu kämpfen. Ganz im Stil von „Vampire Diaries“ und „Twilight“ gibt’s hier eine Mischung aus Mystery und Herzschmerz. Übersteht man die ersten Folgen, erwartet einen gut gemachte Popcorn-Unterhaltung.

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Das Parfum
Eine grausame Mordserie an jungen Frauen scheint auf abgründige Leser des Bestsellers „Das Parfum“ von Patrick Süskind zurück zu gehen – zumindest in der geplanten TV-Serie von Constantin und Beta Film. Die Thriller-Serie wird sich nicht konkret mit der von Süskind erzählten Geschichte des Duftmörders Jean-Baptiste Grenouille auseinandersetzten, allerdings inspirierte der Roman die gesuchten Täter zu einer Reihe von brutalen Tötungsdelikten. Die Profilerin und Expertin für Sexualdelikte Nadja Simon wird in der sechs Episoden langen Miniserie auf einen Geheimbund aufmerksam, der hinter dem mysteriösen Mord an einer rothaarigen Sängerin stecken könnte, die skalpiert aufgefunden wird. Der Bund wurde 20 Jahre vor der Tat von fünf Internatsschülern gegründet, nach der Lektüre von „Das Parfum“… (Filmstarts.de)

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Resident Evil

Die deutsche Produktionsfirma Constantin Film arbeitet an einer TV-Version der erfolgreichen Computerspiel-Reihe. Als direkte Vorlage für letztere Serie sollen aber nicht die ursprünglichen Horror-Games dienen, sondern die späteren Verfilmungen. Geplant ist die Serie nach dem finalen Film der Reihe, “Resident Evil: The Final Chapter” von Paul W.S. Anderson, der 2016 in die Kinos kommen soll.

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Shooter

In „Shooter“ wurde Mark Wahlberg in eine Falle gelockt, um ihm ein Attentat auf den Präsidenten anzuhängen. In der TV-Version des Action-Thrillers tritt nun Hottie Ryan Phillippe, ohnehin mehrfach Erfahrung im Action-Genre, in seine Fußstapfen. Er spielt Bob Lee Swagger, einen ehemaligen Marine-Scharfschützen, der sich zurückgezogen hat. Doch er wird in seinem Einsiedlerdasein aufgespürt und überredet, ein Attentat auf den US-Präsidenten zu verhindern. In Wirklichkeit hängt man ihm die Tat an. Bald muss er um sein Leben rennen und gleichzeitig die Verschwörung aufdecken. Wahlberg ist als Produzent mit an Board.

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The Truman Show
Es ist einer der gelungensten Medien-Satiren der letzten Jahre: Mit „The Truman Show“ bewies Jim Carrey, dass er mehr kann, als nur verrückte Grimassen zu schneiden (obwohl er das auch hier tut), sondern dass er wie beinahe kein anderer Gesellschaftskritik mit Komödie verbindet. „The Truman Show“ nahm den Trend der Reality-Show schon vorweg, bevor er überhaupt einer war. Noch ist zur Serie nichts Näheres bekannt, man darf gespannt sein, wie die Reality-Idee, die mittlerweile nicht mehr ganz so außergewöhnlich ist, umgesetzt wird. Erwartet uns eine Serie im Stil von „The Comeback“? Oder eher „Modern Family“? Reinschauen sollte man auf jeden Fall.

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Minority Report
Die Handlung der Serie spielt zehn Jahre nach dem gleichnamigen Spielberg-Film mit Tom Cruise. Stark Sands), ein ehemaliger Precog, versucht verzweifelt, ein normales menschliches Leben zu führen, wird aber immer wieder von Visionen der Zukunft heimgesucht. Dann trifft er jedoch auf eine Ermittlerin (Megean Good), die ihm dabei helfen könnte, einen Sinn in seiner besonderen Begabung zu entdecken. Wirklich gut angekommen ist das leider weder beim Publikum noch bei den Kritikern – eine Verlängerung um eine zweite Staffel ist höchst unwahrscheinlich. Der gemeinsame Kanon: Zu bieder, zu gewöhnlich, zu oberflächlich.

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Snowpiercer
Der SF-Endzeitstreifen, hochkarätig besetzt mit Chris Evans, Tilda Swinton, John Hurt und Jamie Bell, war 2013 ein großer Hit und überzeugte auch die internationalen Kritiker: In der überlangen Eisenbahn „Snowpiercer“ treffen Unter- und Oberschicht aufeinander. Immer wieder verschwinden Kinder, auch verstümmelte Leichen tauchen auf. Bald kommt es zum Aufstand der Under-Class – und rundherum nur vereistes Ödland … Nun soll der Stoff der preisgekrönten Gesellschaftsparabel als Serie umgesetzt werden – klingt spannend und vor allem auergewöhnlich! Das Drehbuch wird Josh Friedman („Terminater: TSCC“) verfassen.

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Richie Rich
Beinahe unterhalb der Wahrnehmungsgrenze veröffentlichte Netflix heuer bereits zwei Staffeln der Comedy „Richie Rich“, die sowohl auf den gleichnamigen Comics als auch auf dem Erfolgsstreifen aus dem Jahr 1994, mit Macaulay Culkin in der Rolle des verwöhnten steinreichen Jungen, der im Laufe der Story erkennt, dass Geld nicht alles ist. In der Serie hat Richie mit der Erfindung und dem Verkauf von umweltfreundlichen Technologien bereits ein Billiarden-Vermögen gemacht. Daraufhin ist er in ein perfekt ausgestattetes Herrenhaus gezogen, mit seinen Freunden erlebt er nun Abenteuer. Trotz desaströser Kritiken („bad writing“, „bad characters“, „bad acting“) gibt’s eine dritte Staffel.

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12 Monkeys
Aus einer Zukunft, in der eine Pandemie die Welt heimgesucht und die menschliche Zivilisation ausgelöscht hat, wird der Zeitreisende Cole in die Zeit vor der Apokalypse entsandt, um dort die Ursache der Katastrophe zu finden und zu eliminieren. In unserer Gegenwart sucht er die Hilfe der brillanten Medizinerin Cassandra Railly. Der Pilot feierte im Januar diesen Jahres Premiere, eine zweite Staffel ist fix. Die Serie kommt zugänglicher als der teils doch recht schräge Film (mit Brad Pitt und Bruce Willis), verliert so aber auch ein wenig an Düsterheit und Komplexität. Auch an der satirischen Stimmung und dem schwarzen Humor wurde gespart. Spannende Unterhaltung mit eingestreuten philosophischen Fragen gibt’s dennoch.

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Daredevil
Es war der größte Erfolg dieses Jahres von Netflix: Die Serienversion des gefloppten Superhelden-Streifens „Daredevil“ (mit Ben Affleck in der Hauptrolle) überzeugt mit einem erwachsenen, düsteren Superhelden-Image und hebt sich so angenehm von den knallbunten Serien „Arrow“ und „The Flash“ ab. Das Noir-Drama geizt nicht mit brutalen Fight-Szenen, vergisst aber auch nicht auf detailgenaue, liebevolle Charakterzeichnung. Kein Wunder: Mastermind von „Daredevil“ ist „Buffy“-Autor Steven S.DeKnight. Eine zweite Staffel ist fix.

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Sleepy Hollow
Die Serie basiert sowohl auf der Kurzgeschichte „The Legend of Sleepy Follow“, als auch auf dem gleichnamigen Film mit Johnny Depp und Christina Ricci aus dem Jahr 1999. Die Serie vereint, ähnlich wie der Film, Mystery, Horror und Abenteuer, kommt aber allzu oft zu camp daher, auch die Darstellerriege kann nicht vollends überzeugen. Kritikern und Fans gefällts aber: Es gibt bereits drei Staffeln, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Im kommenden Jahr wird es eine Crossover-Folge mit der Crime-Serie „Bones“ (!) geben. Das nennt man wenigstens mal außergewöhnlich.

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Mighty Morphin Power Rangers
Hier ging man den umgekehrten Weg: Die kunterbunten Superhelden der 90er-Jahre sollen fürs Kino neu aufgelegt werden. In welcher Form ist noch nicht ganz klar, die Gerüchteküche brodelt – wahrscheinlich ist eine Art Fortsetzung statt Remake, sprich: neue Rangers (der Cast ist bereits fix; man setzt auf frische Newcomer-Gesichter) erleben ein neues Abenteuer, dabei wird Bezug auf die Kultserie gemacht und einige lose Enden zusammengeführt. 2017 heißt es wieder: „It’s Morphin Time!“

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My Little Pony
Und noch eine kultige Kinderserie, die ein neues Gewand bekommt und auf die Kinoleinwand kommt: Nachdem man mit “Transformers” große Erfolge eingefahren hat, will Spielzeughersteller Hasbro das nächste große Kinofranchise starten: “My Little Pony” soll 2017 durch die Kinos galoppieren. Als Drehbuchautor ist Joe Ballerina (“Ice Age 4 – Voll verschoben”, “Dance Of The Dead”) an Bord – das klingt vielversprechend! Und: Auch ein „Monopoly“-Kinofilm soll von Hasbro folgen …

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About the Author

Ich bin freiberuflicher Journalist in Österreich (I’m a freelance journalist in Austria) – und wie das bei Journalisten so ist, schreibe ich über alles (naja, fast alles) lieber als über mich selbst. In meinem Fall: Kultur, Pop, Popkultur – und alles, was dazwischen liegt. Weil man Lifestyle, Musik, Film, TV, Gesellschaftskritik, Politik und Gossip nun mal nicht trennen kann. Weil Populärkultur der Spiegel der Gesellschaft ist. Und weil ich als Journalist der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten will. Man könnte auch sagen: Popkultur mit Niveau. Infotainment vom Feinsten.



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